Die Nebenschilddrüsen (auch Epithelkörperchen oder Parathyreoidea genannt) befinden sich an der Rückseite der Schilddrüse. Es gibt normalerweise 4 Nebenschilddrüsen, die ein Hormon, das Parathormon produzieren. Dieses Hormon ist für den Calciumstoffwechsel besonders wichtig.

Primärer Hyperparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion)

Hierbei handelt es sich um eine vermehrte Produktion von Parathormonen durch eines oder mehrere Epithelkörperchen mit der Folge erhöhter Calciumwerte im Blut.

Diese Erkrankung kann zu folgenden Symptomen führen:

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Oberbauchbeschwerden (durch peptische Ulceration - Geschwüre des Magens oder des Dünndarms - bzw. Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  • Vermehrter Durst
  • Nierensteinbildung
  • Erhöhter Blutdruck
  • Herzrhythmusstörungen
  • Knochenentkalkung

Bei bekanntem Hyperparathyreoidismus mit erhöhten Calciumkonzentrationen im Blut sollte für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 l oder mehr) sowie auf eine calciumarme Ernährung geachtet werden. Eine calciumarme Ernährung bedeutet im allgemeinen den Verzicht auf sämtliche Milchprodukte. Auch Mohn enthält viel Calcium und sollte gemieden werden.

Die Therapie der Wahl ist die Operation durch einen möglichst erfahrenen Chirurgen.

Sollte eine Operation nicht möglich sein, kann auch ein Behandlungsversuch mit Medikamenten sinnvoll sein; eine Heilung dieser Erkrankung ist durch Medikamente nicht möglich.

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Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)

Der Hypoparathyeroidismus ist meist verursacht durch eine verminderte Produktion von Parathormonen, so dass es zu einer verminderten Calciumkonzentration im Blut kommt. Diese Situation ist selten eine Folge von Operationen der Schilddrüse, bei denen die Epithelkörperchen - die sehr sehr klein sind – versehentlich mit entfernt wurden.

Der Hypoparathyreoidismus kann bedingt durch die niedrigen Calciumkonzentrationen im Blut zu Verkrampfungen der Mittelhand- und Mittelfußmuskulatur sowie zu Missempfindungen an den Extremitäten (meist Hände und Füße sowie auch im Gesichtsbereich) führen. Auch Oberbauchbeschwerden können durch diese Erkrankung bedingt sein.

Die Behandlung dieser Erkrankung erfolgt durch Medikamente, im allgemeinen durch die Gabe von Vitamin D-Präparaten in Kombination mit einer ausreichenden Calciumzufuhr. 

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