Was ist Typ 1 – Diabetes?

Typ 1 – Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Meist sind Jahre vor dem Auftreten eines Typ 1 - Diabetes Antikörper gegen die insulinproduzierenden Zellen im Blut nachweisbar. Die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse werden in einem jahrelang andauernden Prozess zerstört. Bislang gibt es noch keine geeigneten Möglichkeiten, um diesen Prozess zu beenden. In Studien sind Immunsuppressiva (Medikamente zur Unterdrückung der immunologischen Reaktion) zum Einsatz gekommen. Die Nebenwirkungen sind jedoch erheblich, so dass gegenwärtig noch keine Therapie zur Verhinderung des Typ 1 – Diabetes angeboten werden kann.

Typ 1 – Diabetes tritt bevorzugt im jugendlichen Lebensalter auf. Eine Erkrankung kann jedoch in jedem Lebensalter manifest werden. Im höheren Lebensalter ist der Beginn der Erkrankung eher schleichend, während die Krankheit bei jungen Menschen häufig akut auftritt.

Während des ersten Auftretens des Typ 1 – Diabetes kann durch die Therapie eine zeitlich begrenzte Erholung (Honey-moon-Phase) der Bauchspeicheldrüse auftreten, die dann vorübergehend den Insulinbedarf deutlich vermindert kann.

Symptome

Vermehrtes Durstgefühl, häufiges Wasserlassen, verminderte Leistungsfähigkeit, Konzentrations– und Sehstörungen sowie Gewichtsabnahme sind Alarmsymptome.

Bei Auftreten dieser Symptome ist eine Vorstellung beim Arzt zur weiterführenden Untersuchung angezeigt.

Bei zu spät gestellter Diagnose kommt es zur Übersäuerung (Ketoazidose) und letztendlich zum Koma.

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Behandlungsmöglichkeiten

Durch die Gabe von Insulin kann der Insulinmangel ausgeglichen werden.

Die benötigte Menge Insulin hängt vom individuellen Insulinbedarf für den Nüchternzustand (basaler Insulinbedarf) und für die Mahlzeiten (prandialer Insulinbedarf) ab.

Wenn unter der sogenannten intensivierten Insulintherapie (Basalinsulin plus mahlzeitenbezogenes Insulin) das Therapieziel trotz guter Mitarbeit des Patienten nicht erreicht wird, ist über eine Insulinpumpentherapie nachzudenken. Durch eine gezielte Insulindosis nach Bedarf (Steuerung über Programmierung der Insulindosis für 24 Stunden) können Unterzuckerungen (Hypoglykämien) weitgehend vermieden und der Gesamtinsulinbedarf gesenkt werden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind die Gabe von insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse bzw. die Transplantation von Bauchspeicheldrüse und Niere. Für das Gelingen einer Transplantation ist die Suppression des Autoimmunsystems erforderlich. Das bedeutet, dass die eigene Immunabwehr durch spezielle Medikamente minimiert werden muss, damit die fremden Zellen vom Körper angenommen werden.

Forschungssschwerpunkt ist gegenwärtig die Stammzelltransplantation.

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Ketoazidose

Bei Insulinmangel wird keine Glukose (Zucker) in die Zelle aufgenommen. Damit steht der Zelle kein Energielieferant zur Verfügung. In der Folge baut die Zelle zum Zweck der Energiegewinnung vermehrt freie Fettsäuren ab. Dadurch entsteht eine grosse Menge an Abbauprodukten der Fettsäuren, sogenannte Ketonkörper. Diese Ketonkörper führen zur Übersäuerung des Körpers (=Ketoazidose). Man kann den Gehalt der Ketonkörper im Urin selbst bestimmen. Ab einem Blutzuckerwert von 250 mg/dl sollte jeder Typ 1 – Diabetiker einen Ketontest durchführen, um so den Insulinmangel zu erkennen.

Erste Warnsymptome für eine drohende Ketoazidose sind Durst und/oder trockener Mund sowie häufiges Wasserlassen bei hohen Blutzuckerwerten.

Im Urin sind Ketonkörper nachweisbar (Ketontest).

Später kommen Müdigkeitsgefühl, trockene Haut, Bauchschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen, obstartiger Geruch der Atemluft und eine veränderte Atmung mit kurzen und tiefen Atemzügen (Kussmaul – Atmung) hinzu. Eine nicht rechtzeitig erkannte und nicht ausreichend behandelte Ketoazidose kann das Leben des Patienten bedrohen.

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